Was brauchen die Vereine? Diese Frage stellten die Darmstädter Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries (SPD) und der sportpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Martin Gerster, den rund 100 Teilnehmern einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Ehrenamt und Vereinsführung am Dienstagabend (13.) in Arheilgen. Die beiden Abgeordneten hatten Vereinsvertreter aus Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg eingeladen, um zu erfahren, wo die Vereine der Schuh drückt und mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben.
In seinem Referat machte Gerster deutlich, dass Vereine ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft sind und der Staat die Arbeit, die die Vereine erbrächten, nicht leisten könne. Er rief den Ehrenamtlichen zu: „Sie sorgen für den sozialen Kitt in unserer Gesellschaft. Herzlichen Dank dafür.“
In der anschließenden Diskussion bemängelten die Vereinsvertreter, dass ihre Arbeit durch zu viele Regelungen behindert werde. Als Beispiele nannten sie unter anderem steuerliche Beschränkungen bei der Ansparung von Finanzmitteln für größere Investitionen, Einschränkungen bei Sportveranstaltungen durch Naturschutz- und Waldrecht sowie Probleme mit der GEMA beim Abspielen von Musik bei öffentlichen Veranstaltungen. Ein Vereinsvertreter sprach den Teilnehmern aus dem Herzen, als er die Abgeordneten aufforderte: „Befreien Sie uns von den überbordenden gesetzlichen Regulierungen! Dann macht unsere Arbeit wieder mehr Spaß und wir können dann auch leichter Nachwuchs für ein Ehrenamt im Verein finden.“ Die Abgeordneten zeigten Verständnis für die Kritik, machten aber auch deutlich, dass manche Regelungen sein müssten. Die GEMA zum Beispiel gibt das eingenommene Geld an die Urheber und die Musiker weiter und sichert so deren Lebensunterhalt. „Sowohl für meine Arbeit hier im Wahlkreis als auch in Berlin nehme ich Problempunkte mit. Das Ehrenamt ist ein Thema, dem wir uns ständig widmen müssen und sollten“, so Zypries.