Immer noch gibt es keine Chancengleichheit für Frauen und Männer in Beruf und Karriere. Immer noch sind überwiegend Frauen in Minijobs zu finden, viele haben zeitlich befristete Verträge. Große berufliche Unsicherheit und kleine Einkommen münden im Alter in eine entsprechend geringe Rente. Unter den von Altersarmut Betroffenen sind heute bereits über 60 Prozent Frauen. Immer noch sind Frauen in prestigestarken Berufen wenig vertreten, obwohl sie im Durchschnitt mit besseren Schul- und Ausbildungsabschlüssen aufwarten können als ihre männlichen Mitbewerber.
Der Internationale Frauentag am 8. März - kein überflüssiger Aktionstag
Allgemein
Seit 2009 ist der Anteil von Frauen in Führungspositionen kaum gewachsen, der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder war 2011 sogar rückläufig. "Mehr Frauen in Führungspositionen sind nur mit einem Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft und verbindlichen Regelungen zu erreichen", erklärt die Darmstädter Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries (SPD).
Die zuständige CDU-Ministerin Kristina Schröder hatte zwar im vergangenen Jahr die Flexi-Quote angekündigt, bis heute aber blieb es bei der Ankündigung, da sich die schwarzgelbe Regierung auch in dieser Frage nicht einigen kann. Deshalb bringt die SPD Bundestagsfraktion in dieser Woche das Chancengleichheitsförderungsgesetz (ChGlFöG) in den Bundestag ein.
Brigitte Zypries weiter: "In einem Land, in dem eine Bundeskanzlerin regiert, sollte es doch möglich sein, Frauen zur Gleichberechtigung auf allen Ebenen zu verhelfen. Mehr Frauen in Führungspositionen könnten auch mehr Bewusstsein und Verständnis für weibliche Karriereplanung in den Unternehmen schaffen."
Gerade in der Region Darmstadt, wo hunderte von IT-Unternehmen beheimatet sind, ist das Werben um Frauen für technische Berufe so besonders wichtig. Deshalb geht die MINT-Branche (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie) auch mit einer Initiative voran und bemüht sich besonders um weibliche Hochschulabsolventinnen. Sie werden in der ganzen Branche gebraucht - und besonders die Spiele-Industrie setzt verstärkt auf Frauen als Entwicklerinnen.




