(v.l.) André Kavai (Kreisbeigeordneter), Angelika Foltin-Altig (Kreisfrauenbeauftragte), Brigitte Zypries Anlässlich der Fachtagung "Tatort Familie" des Main-Kinzig-Kreises am Mittwoch, 2. November 2011, in Gelnhausen wies die Darmstädter Bundestagsabgeordnete Brigitte Zypries (SPD) auf die bedrohliche Lage für die Frauenhäuser in Hessen hin. Im Rahmen der "Operation sichere Zukunft" hatte sich das Land Hessen aus der Finanzierung der Frauenhäuser zurückgezogen.
Die Abgeordnete begrüßte, dass sowohl die Stadt Darmstadt als auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg die beiden Frauenhäuser in der Region weiterhin unterstützten und zudem auch stärker fördern wollen: "Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt werden, brauchen schnelle und unbürokratische Hilfe. Und sie brauchen geschützte Räume, in die sie sich vor dem Täter flüchten können. Deshalb brauchen wir die Frauenhäuser!"
Nach Studien ist jede vierte Frau in Deutschland von häuslicher Gewalt betroffen. Neben den Frauen sind häufig die Kinder die Leidtragenden, da die selbst Opfer oder Zeuge von Gewalt in der Familie sind. "Es hat lange gedauert, bis sich die Einsicht durchgesetzt hat, dass Gewalt hinter verschlossenen Türen keine Privatangelegenheit ist", sagte Zypries während der Fachtagung. "Wichtig ist, dass wir alle genau hinsehen und unser Umfeld aufmerksam beobachten, damit wir merken, wenn Gewalttaten in der Familie - in einem vermeintlich geschütztem Raum - stattfinden", so Zypries weiter. Die Abgeordnete lobte das von Stadt und Landkreis gemeinsam initiierte Netzwerk Gewaltschutz, das den Aufbau eines professionellen Hilfesystems für Betroffene in der Region anstrebt.