Brigitte Zypries und Dr. Mathias Pfisterer
„In Würde sterben“ - das wünscht sich sicher jeder. Wie dies erreicht werden kann, stand im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung der SPD Darmstadt zum Thema Sterbehilfe am 28. Oktober 2015 im Heiner-Lehr-Zentrum in Darmstadt.
Zu Beginn der Veranstaltung informierte Brigitte Zypries die 50 Besucherinnen und Besuchern über die aktuelle Rechtslage und stellte die vier im Bundestag diskutierten Gesetzesentwürfe vor. Da alle vier Vorschläge mehr oder weniger das Selbstbestimmungsrecht von sterbewilligen Menschen gegenüber der seit 140 Jahren geltenden Rechtslage einschränken wollen, sprach sie sich persönlich gegen alle Anträge aus. Wenn kein
Antrag am 6. November eine Mehrheit bekommt, gilt weiterhin, dass Selbsttötung nicht strafbar ist und folglich auch die Hilfe dazu nicht strafbar sein kann. Brigitte Zypries machte auch deutlich, dass die aktive Sterbehilfe, also das Töten eines Menschen auf Verlangen, nicht zur Diskussion steht und auch in Zukunft verboten bleibt.
Nach der juristischen Darstellung der Sachlage informierte Dr. Mathias Pfisterer vom AGAPLESION Elisabethenstift in Darmstadt über seine Erfahrungen in der Palliativmedizin. Die Palliativmedizin hat in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt, wodurch das Leiden der Sterbenden erheblich gelindert werden kann und damit auch der Wunsch zu Sterben nachlässt.
Die anschließende Diskussion mit dem Publikum zeigte, dass die Mehrheit gegen eine Änderung der Rechtslage ist. Dies entspricht auch den Ergebnissen von Umfragen zum Thema Sterbehilfe. Brigitte Zypries will sich dafür einsetzen, dass eine Mehrheit der Bundestagsabgeordneten bei allen Gesetzentwürfen mit "Nein" stimmt, so dass die aktuelle Rechtslage auch weiterhin bestehen bleibt.