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Brigitte Zypries - Bundestagsabgeordnete für Darmstadt-Dieburg

Krise an Europas Südgrenze

Bundespolitik


Flüchtlinge in Lampedusa am 28.3.2011 Foto: Orazio Esposito/(CC BY-NC-SA 2.0)

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat ein - laut Pressemeldungen - vom Auswärtigen Amt in Auftrag gegebenes Gutachten "Zur Krise an Europas Südgrenze" am 14.10.2014 veröffentlicht. Darin wird eine Änderung der Asylpolitik in Europa vorgeschlagen. Das Gutachten geht insbesondere auf die Bevölkerungsentwicklung in Afrika und dem Nahen Osten ein.  Denn dort wachse – anders als in Europa – die Zahl der Menschen noch sehr stark. „Theoretisch bedeuten viele junge Menschen ein großes wirtschaftliches Potenzial, denn sie alle könnten am wirtschaftlichen Aufstieg ihrer Länder mitarbeiten“, erklärt Reiner Klingholz, der Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. „Praktisch aber finden in diesen Regionen schon heute vor allem die jungen Menschen kaum eine Beschäftigung.“ Junge Menschen ohne Beschäftigung machten

 Staaten krisenanfällig. Die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage in den Staaten südlich des Mittelmeers spreche kaum für eine Verminderung des Wanderungsdrucks: Rund 60 Prozent aller Afrikaner leben von weniger als zwei US-Dollar am Tag. Selbst die ärmsten EU-Staaten Bulgarien und Rumänien erwirtschafteten pro Kopf ein achtmal so hohes Bruttoinlandsprodukt wie etwa Senegal.
Viele der ursächlichen Probleme, die zu dem wachsenden Migrationsdruck führen, ließen sich mittelfristig nicht lösen. „Die EU-Staaten brauchen ein strategisches Konzept der Zuwanderungs-, Asyl- und Entwicklungspolitik, das erstens den wachsenden Bedarf der Arbeitsmärkte deckt, zweitens auf Krisen und neue, heute nicht absehbare Entwicklungen möglichst flexibel reagieren kann und drittens die Perspektiven des Nahen Ostens und Afrikas für eine Entwicklung aus eigener Kraft verbessert“, erklärte Reiner Klingholz. Dazu müsste sich die EU auf eine einheitliche Asylpolitik und einen fairen Schlüssel für die Aufteilung der Asylbewerber auf die Mitgliedsstaaten verständigen. Ansonsten sollten die Länder der EU entwicklungspolitisch präventiv arbeiten, um den Staaten südlich des Mittelmeers beim Aufbau der Gesundheits- und Bildungssysteme zu helfen.
Das vollständige Gutachten steht als "Discussion Paper" beim Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung gratis zum Herunterladen  zur Verfügung.

Foto: Orazio Esposito / (CC BY-NC-SA 2.0)

 
 


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