Michael Sommer (Vorsitzender des DGB): „Wir sind mit einer neuen Ordnung für Arbeit bei dieser Koalitionsvereinbarung ein großes Stück vorangekommen. Ich bewerte diese Teile ausgesprochen positiv, insbesondere den Teil zur deutlichen Stärkung der Tarifautonomie.“ (Vollständiger Text)
Michael Vassiliadis (Vorsitzender der IG-BCE): „Pragmatisch fasst der Koalitionsvertrag das Mögliche zusammen. Das Abkommen benennt eine Reihe von Vorhaben, die unserem Land gut tun. Das Machbare muss nun auch auf den Weg gebracht werden. Manches bleibt noch im Ungefähren, wir hatten uns zu einigen Politikfeldern präzisere Aussagen erhofft.“ (Vollständiger Text)
Michaela Rosenberger (Vorsitzende der Gewerkschaft NGG): „Ich bin wirklich glücklich, dass endlich ein flächendeckender Mindestlohn kommt. Vor allem, weil es keine Differenzierung nach Ost und West geben wird und auch Minijobber den Mindestlohn bekommen werden.“ (Interview der taz vom 28.11.2013)
Hans-Ulrich Jörges (Radio Eins): „Die SPD hat weit mehr geholt als sie eigentlich erwarten durfte nach ihrem 25-Prozent-Ergebnis. (...) Der Koalitionsvertrag zeigt eindeutig eine sozialdemokratische Handschrift. Man fragt sich umgekehrt, was die Union eigentlich geholt hat. (...) Wenn die Mitglieder sich gegen diesen Vertrag aussprechen würden, würden sie sich nicht nur gegen die eigene Führung wenden, sondern auch gegen die Gewerkschaften. Das kann ich mir nicht vorstellen. Also: Sagt ja, Genossen!“ (Nachhören)
Stefan Reinecke (taz): „Es sagt sich flott dahin, dass diese Große Koalition keine Idee hat. Aber es stimmt nicht. Der Koalitionsvertrag ist nicht bloß die Addition von Einzelinteressen, die irgendwie synchronisiert werden mussten. Er hat eine Linie. Der Geist dieses Vertrags ist die vorsichtige Wiederherstellung des bundesdeutschen Korporatismus. Es ist kein Zufall, dass die Gewerkschaften Befürworter dieser Koalition sind. 2005 war das anders. Auf der Habenseite stehen die verbesserten Bedingungen für die working poor. (…) Es ist die Frage, ob eine linke Regierung unter heftigem Trommelfeuer der Wirtschaft im Bereich Arbeit mehr durchgesetzt hätte. Deshalb ist es nicht nur wahrscheinlich, sondern auch folgerichtig, wenn die SPD-Basis Ja zu diesem Koalitionsvertrag sagt.“ (Vollständiger Text)
Thorsten Denkler (Süddeutsche Zeitung): „Der Blick in den Koalitionsvertrag müsste selbst die größten Skeptiker beruhigen. Wenn er eine Handschrift trägt, dann die der SPD.“ Er belegt dies mit drei Beispielen: Gesetzlicher Mindestlohn, abschlagfreie Rente mit 63 und doppelte Staatsbürgerschaft. Hinzu kämen Fortschritte bei der Leiharbeit, Werkverträge und bei der Gleichstellung von Männern und Frauen und ko0mmt zu dem Schuss: „Der Koalitionsvertrag mag nicht der ganz große Wurf sein. (…) Aber ablehnungswürdig? Nein, das ist der Koalitionsvertrag sicher nicht.“ (Vollständiger Text)
Hugo-Müller Vogg (Bild): „Die SPD hat bei der Wahl schlecht abgeschnitten, dafür bei den Koalitionsverhandlungen gesiegt. Die CDU/CSU wiederum hat nach stolzen 41,5 Prozent bei zwei Kernthemen geradezu kapituliert. Wer den gesetzlichen Mindestlohn und die doppelte Staatsbürgerschaft einfach abnickt, der hat sein politisches Tafelsilber längst verscherbelt.“ (Vollständiger Text)
Ludwig Greven (Die Zeit): „Die Republik rückt nach links. (…) Im Ergebnis trägt der schwarz-rote Koalitionsvertrag eine erstaunlich starke klassisch sozialdemokratische Prägung.“ (Vollständiger Text)
Volker Schaffranke (NDR Info): „Wer mit knapp 26 Prozent so viel erreichen konnte, darf sich getrost als Sieger betrachten. Stimmt also zu, Genossen! Und lasst die Groko endlich arbeiten!“
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